Pfarrer aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau schreiben hier über ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen aus dem Libanon. Sie halten sich dort vom 24. September bis 17. Dezember 2007 im Rahmen ihres Studienaufenthaltes an der Near East School of Theology in Beirut auf.

Monatsarchiv für Oktober 2007

Besuch im Palästinenserlager

Montag, den 29. Oktober 2007

(So, 28.10.2007) Auch unsere 5. Woche hier war vollgepackt mit Eindrücken. Nach der Rundreise mit unseren Familien, von der ich zuletzt berichtet hatte, ging es nun auch darum, wieder im Studium up to date zu kommen und Lektüre nachzuholen. Aber Studium ist in Beirut aber nicht nur theoretisch und so haben wir z. B. gemeinsam mit unserem Islam-Dozenten, Dr. Jon Hoover am Samstag letzter Woche 3 verschiedene Moscheen im Zentrum Beiruts besucht. Erzählen aber will ich heute von einem anderen, tiefen Eindruck am gestrigen Tag: dem Besuch in einem Palästinenserlager.    (more…)

Demo-Crazy oder eine arabische Mezze

Dienstag, den 23. Oktober 2007

  Also eine arabische Mezze (sprich: „Messe“) ist etwas ganz besonderes. Das ist keine arabische Gottesdienstliturgie wie man meinen könnte,  sondern eine Mahlzeit, zu der sie viele Freunde, großen Hunger und vor allen Dingen Zeit mitbringen sollten. Bei einer arabischen Mezze kommt scheinbar alles in kleinen Schälchen auf den Tisch, was das Land an Speisen zu bieten hat. Auberginenmus, Humus, Schafskäse, eingelegte Oliven, Ziegenkäse, Tomaten und Gurken, kleine Würstchen, gefüllte Weinbergblätter, Käseröllchen, angemachter Joghurt, Trauben und und und……… Bis kein Platz mehr auf dem Tisch ist.Wenn man den Versuch und damit den Fehler macht, daran erkennt man wohl den Fremden im Lande, von allen Speisen auch nur ein kleines Versucherchen zu essen, dann haben sie schon verloren und sind satt, bevor die Hauptspeise kommt, meistens Hühnchen oder ähnliches. (more…)

Weder optimistisch noch pessimistisch, sondern hoffnungsvoll

Dienstag, den 23. Oktober 2007

Alltag in Beirut zwischen shushi - Restaurants, Bürgerkriegsgefühlen und politischen Debatten
von Andreas Goetze/ 23. Oktober 2007 aus Beirut

Corniché in BeirutEin Spaziergang an der Corniché, der Promenade entlang der Küste, ist ein besonderes Erlebnis. Neben Meer und Wellen, der leichten Brise, die in der feucht – warmen Luft gut tut, sind es vor allem die Menschen, die hier zusammenkommen, die den Ort einzigartig machen. Hier finde ich Beirutis, Männer und Frauen, Kinder und Großeltern, Menschen aller Einkommensschichten, die religiös Konservativen ebenso wie die religiös Indifferenten, die Christen und die Muslime. Sie sind gemeinsam am Meer, teilen sich die Luft, geben sich Anteil am Leben. Eine Frau mit Kopftuch und langem Gewand spricht hier mit einer jungen Frau, die mit einem bauchfreien Top die Sonne genießt. (more…)

Ausflüge der etwas anderen Art

Montag, den 22. Oktober 2007

Beirut, So, 21.10.2007. Unsere 4. Woche hier hatte einen etwas privaten Charakter - und war doch ganz „libanesisch“: in Absprache mit der Studienleitung hatten Gerhard Failing, Andreas Goetze und ich frei und unsere Ehefrauen und Kinder eingeladen, für 1 Woche den Libanon mit uns zu bereisen. Von dieser  (Bus-) Fahrt hier einige Eindrücke:

Im Flüchtlingslager: Wer gibt den Palästinensern eine Zukunft?

Freitag: wir fahren in die Nähe der Stadt Saida im Süden und wohnen für 2 Nächte in der Begegnungsstätte „Dar-Es-Salam / Tor des Friedens“. Ein Ort, wo Menschen aus Morgen- und Abendland, aus verschiedenen Kulturen und Religionen sich begegnen können, wo Arabisch-Kurse ebenso wie Studienfahrten organisiert werden. Von hier geht eine ganzheitliche Sozialarbeit aus in den Lagern für palästinensische Flüchtlinge, die es im Land gibt. Eine besondere Herausforderung, denn die Palästinenser sind offiziell staatenlos, haben sich in der 2. oder 3. Generation als Großfamilien in den Lagern eingerichtet – wir sehen am nächsten Tag eines für ca. 60.000 Menschen in inzwischen meist festen Häusern  - und sie sind ohne wirkliche Perspektive von Betreuung abhängig. Wer gibt diesen Menschen Zukunft, wer macht sich jenseits der Vorwürfe gegen Israel  für sie zuständig? (more…)

Im Suq

Montag, den 15. Oktober 2007

Im Suq von Tripoli

(Foto: Andreas Goetze)

„Ramadan karim!“

Montag, den 15. Oktober 2007

 Andreas Goetze / Beirut, den 9. Oktober 2007.
„Ramadan karim!“, diesen Ausspruch hört man in diesen Tagen vielfach. „Ramadan karim“ meint: „Dir einen freigiebigen Ramadan“ – in etwa der Bedeutung, in der wir uns „Merry Christmas“ oder „fröhliche Weihnachten“ wünschen. Freigiebig soll man sein im Ramadan am Abend nach dem Fastenbrechen und großzügig zu allen, die es nötig haben. Viele Restaurants richten so genannte „Iftar – Essen“ aus, um den Armen eine warme Speise zu gewähren. (more…)

Moschee hinter Stacheldraht

Montag, den 15. Oktober 2007

Moschee hinter Stacheldraht.

(Foto: Pfarrer Kurt Johann)

Arabisch und christlich

Montag, den 15. Oktober 2007

Arabisch und christlich - hier selbstverständlich

(Foto: Pfarrer Bernd Apel)

Die Ausnahme ist hier die Regel

Montag, den 15. Oktober 2007

Die Near East School of Theologoy (NEST)
Fr, 12.10.2007. Gegen Ende unserer 3. Woche hier im Libanon will ich ein wenig versuchen, die Near East School of Theologoy (NEST) als unsere derzeitige Heimat zu beschreiben:
Die NEST wurde 1932 gegründet, musste sich mehrmals neu orientieren und wird heute von 4 protestantischen Kirchen des Nahen Ostens als Ausbildungsstätte für ihren theologischen Nachwuchs getragen: der Episkopalkirche von Jerusalem, der Lutherischen Kirche in Jordanien, der Nationalen Ev. Kirche (Presbyterianer) von Syrien und Libanon und der Union der Armenischen Evangelischen Kirchen im Nahen Osten: Sie ist ein idealer Standort, um „kontextuelle Theologie“ zu betreiben:  was hat mein theologisches Lernen mit dem Alltag der Menschen im Nahen Osten und mit dem Zusammenleben der verschiedensten Kulturen und Religionen hier zu tun? (more…)

Internationale Begegnungen & Situation der Kirche im Libanon

Montag, den 8. Oktober 2007

Semesterstart

Nun hat mit der zweiten Woche unsres Hierseins (den ersten Regen hatten wir übrigens erst nach 11 Tagen, es ist immer noch sommerlich) das Semester und damit auch unser Studienprogramm begonnen. Am 1.10. war die Einschreibung, am 2.10 begannen die ersten Kurse. Derzeit sind etwa 30 Lernende an der NEST: Theologiestudierende aus den Kirchen des Nahen Ostens (4 von ihnen tragen ja die NEST), aus Europa (u. a. im Programm „Studium im Mittleren Osten“ des Ev. Missionswerks in Südwestdeutschland), den USA und Afrika, Pfarrer aus der Region zur Fortbildung und wir 5 „german pastors“. Es macht Spaß, mal wieder konzentriert akademisch zu arbeiten und sich über das Gelernte, aber vor allem über das (kirchliche) Leben in unseren Heimatländern auszutauschen, z.B. mit John aus Kenia oder Emily aus den USA oder Hannah aus Deutschland oder Salim aus Palästina oder Elias aus Syrien. (more…)